Exhibitions

 Galerie Wagner + Partner
 Galerie Wagner + Partner

Claas Gutsche

Schatten

25.11.2016 – 14.01.2017

Galerie Wagner + Partner freut sich, die nunmehr vierte Einzelausstellung des 1982 geborenen Künstlers zu präsentieren. Claas Gutsche ist dem interessierten Publikum in den letzten Jahren durch seine außergewöhnlichen, teils großformatigen Linolschnitte aufgefallen. Diese Linolschnitte loten mittels einer facettenreichen, subtilen Modellierung von Grautönen nicht nur die Grenzen des Mediums aus, sondern bewegen sich thematisch in ähnlichen „Übergangszuständen“: eine schwarz-romantische Landschaftsdarstellung, atmosphärisch aufgeladener Ort des kollektiven wie subjektiven Schreckens, aber auch die ambivalent-moderne Architektur des untergegangenen Ostblocks waren die Themen der vergangenen Jahre.

Mit der zentralen Arbeit „Leak“ nimmt Gutsche diesen Faden auf und flicht ihn weiter. „Leak“, ein monumentaler Linolschnitt von 250 x 375 cm, zeigt die ehemalige US-Spionageanlage auf dem Berliner Teufelsberg. Dargestellt sind die ehemals futuristischen weißen, aber verrottenden Abhörkuppeln des amerikanischen Geheimdienstes, der von Berlin aus weit in den Ostblock lauschte. Die Gebäude in Gutsches Bild verweisen noch auf jene Zeit, aber die Natur ist bereits dabei, sie zurückzuerobern. „Leak“ ist ein vieldeutiger Titel, denn die Spionagetätigkeit ist eingestellt und hat sich ins Internet verlagert. Wir sind inmitten eines fundamentalen Zeitenwandels.

Während die Funktion und Symbolkraft von Architektur dem historischen Wandel unterworfen ist, scheint die Natur Stetigkeit und Wandel immer schon zu kennen. Erobert sie beispielsweise menschliche Siedlungen oder Gebäude zurück, wird sie vorschnell romantisch konnotiert. Claas Gutsche nimmt auch diesen Faden wieder auf, indem er erstmals seit 2010 seine Linolschnitte wieder durch spezielle Objekte (Bronzeunikatgüsse) ergänzt, die Fragmente von Natur und Zivilisation vereinen. Diese fügen sich in den Ausstellungskontext durch subtile Assoziationen ein.

Gutsche wurde zuletzt im Schweizer Museum Franz Gertsch mit einer Einzelausstellung und einem Katalog gewürdigt.